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Wenn alles so einfach wäre wie große Reden zu schwingen

 
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irene
Mitglied


Anmeldedatum: 03.08.2007
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 07.09.2007, 10:13    Titel: Wenn alles so einfach wäre wie große Reden zu schwingen

Hallo,

ich habe mich über die neueste Forderung unserer Gesundheitsministerin richtig aufgeregt. Sie fordert 10 Tage zusätzlichen Urlaub für pflegende Angehörige und denkt damit wäre alles gut. Habe dazu einen Beitrag geschrieben.

übernommen aus dem Blog:

Die Wahrheit über Pflege zu Hause

Laut gedacht …… nein geschrien: Was denkt sich eigentlich unsere Gesundheitsministerin mit dem Vorschlag 10 zusätzliche Urlaubstage für Angehörige von pflegebedürftigen Menschen zu bewilligen. Ich bin davon überzeugt, dass sie noch niemals einen pflegebedürftigen Angehörigen betreuen musste. Ich pflege seit den letzten 10 Jahren, zuerst meine Schwiegermutter und jetzt meine Mutter. Hat Frau Ministerin überhaupt eine Ahnung wieweit man sein eigenes Leben aufgeben muss? Nicht mehr spontan etwas entscheiden kann. Oder das die meisten Menschen die zu Hause pflegen selber schon in einem Alter sind, z.B. 60 Jahre so wie ich, auch schon krank sind, Operationen überstehen mussten und doch wieder weiter machen müssen weil die Rente der Angehörigen zu niedrig und damit keine kostenpflichtige Kraft bezahlbar ist. Meine Mutter bezieht Pflegestufe I, obwohl sie kaum noch etwas selber machen kann. D.h. morgens vom Aufstehen an bis abends zu Bett gehen ist sie auf Hilfe angewiesen. Doch die eigentliche Pflege braucht aber nicht so viele Minuten das die Pflegestufe II gegeben ist. Doch was ist mit all der anderen Arbeit die gemacht werden muss? Waschen, bügeln, putzen, einkaufen, mit ihr im Rollstuhl an die frische Luft gehen? Wer kommt dafür auf? Alles unentgeltlich? Wie lange reicht die Kraft der Angehörigen zu pflegen, was einen ganz anderen Stellenwert hat als wenn es jemand Fremdes wäre. All dieser emotionale Stress der sie selber krank macht, wie lange hält man das aus? Meine Schwiegermutter hatte Pflegestufe II, da bekam man wenigstens Rentenbeiträge von der Krankenkasse bezahlt. Aber jetzt bekomme ich nichts mehr und bin doch den ganzen Tag gefordert. Sie sagen man solle für das Alter vorsorgen. Wie stellen sie sich das vor, 10 Jahre Pflege. Selbst mit 50% durch Bandscheibenoperation gehändikäppt, dadurch nur den geringsten Rentenbeitrag eingezahlt. Wie wird mein späteres Leben aussehen, wenn ich nicht mehr kann? Muss ich mir wünschen früh zu sterben um dem allen zu entgehen??
Nein, Frau Ministerin, sie haben keine Ahnung. Ich wünsche Ihnen nur einmal 4 Wochen volle Pflege eines Angehörigen. Vielleicht würden Sie über manche Dinge anders denken, denn mit bezahltem oder sogar unbezahltem Urlaub ist es wirklich nicht getan.

Wie ist denn eure Meinung dazu?

Gruß irene
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Clauso
Mitglied


Anmeldedatum: 29.08.2007
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 10.09.2007, 10:09    Titel:

Ich finde das auch mehr als nur ungerecht. Die Regierung macht es sich immer sehr, sehr einfach. Manchmal hat man das Gefühl, die machen sich keine wirklichen Gedanken über so ein Thema, vielleicht weil sie selbst nicht oder noch nicht betroffen sind. Jedenfalls ist es mit den 10 Tagen zusätzlichen Urlaubs nicht getan. So das ist meine persönliche Meinung und wie denken die anderen hier?! Rolling Eyes
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madonna
Mitglied


Anmeldedatum: 29.03.2007
Beiträge: 50

BeitragVerfasst am: 10.09.2007, 15:33    Titel:

Hallo,

also ich sehe das ähnlich wie irene. Die 10 Tage sind zwar gut gemeint, aber bei weitem nicht ausreichend um die pflegenden Angehörigen zu unterstützen und auch abzusichern. Ich meine, irene ist jeden Tag für ihre Mutter da aber bekommt nichts dafür. Keinen Pfennig für die Rentenversicherung oder sonstiges. Was wird mit ihr wenn sie mal Rente bezieht? Muss sie dann Hartz 4 beantragen? Die Politiker sollten lieber diese Probleme angehen statt über Urlaub nachzudenken. Nur weil jemand Pflegestufe I hat und leider nicht genügend Minuten für die Grundpflege zusammenkommen, heißt das ja noch lange nicht das derjenige keine Hilfe braucht. Unterstützung bekommt die pflegende Person aber in dem Fall nicht weil wie schon erwähnt nicht genügend Minuten auf die Grundpflege entfallen. Das finde ich absolut ungerecht.

Gruß madonna
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irene gast
Gast





BeitragVerfasst am: 31.01.2008, 10:25    Titel:

hallo madonna hallo claudio
leider konnte ich mich nicht früher melden.habe im moment sehr viel streß,da sich der zustand meiner mutter doch sehr verschlechtert hat.ich bin etwas enttäuscht das sich nicht mehr zu meinem artikel geäußert haben.scheinbar gibt es doch noch große berührungsangst mit diesem thema.bei meiner situation hat sich nichts geändert.hatte die pflegestufe zwei für meine mutter beantragt und sie wurde wieder abgelehnt.vieleicht hat jemand der diesen artikel liest,ein paar wertvolle tipps für michwas man noch machen kann.ich würde mich freuen wenn viele ihre erfahrungmit mir teilen würden.denn manchmal gehe ich ganz schön auf dem zahnfleisch.für heute mache ich schluß und wünsche allen die pflegebedürftige angehörige haben viel kraft.
gruß irene
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