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Mit Mikrokugeln gegen Leberkrebs

Sonntag, den 12. August 2007

Die Diagnose Leberkrebs ist für Betroffene ein schwerer Schlag – medizinisch wie psychisch. Häufig haben sich die Tumore bereits so stark ausgebreitet, dass eine Operation schwierig oder sogar unmöglich ist. Das Team der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg behandelt Patienten, die an inoperablen Lebertumoren und Lebermetastasen leiden, deshalb mit einer neuartigen Methode: Bei der Selektiven Internen Radiotherapie (SIRT) werden Krebsherde mithilfe winziger radioaktiver Kugeln direkt in der Leber bestrahlt.
Die SIRT ist eine innovative Krebstherapie zur Behandlung von inoperablen Tumoren und Metastasen in der Leber. Millionen kleiner Kunstharzkügelchen – so genannte Mikrosphären – werden mithilfe eines Katheters direkt in die Leber geleitet. Über die Leberarterie gelangen die radioaktiv aufgeladenen Partikel in die unmittelbare Nähe des Tumors. Dort verstopfen sie die kleinsten versorgenden Gefäße und geben ihre Strahlung ab. „Auf diese Weise erzielen wir einen doppelten Effekt“, erklärt Prof. Jens Ricke, Direktor der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin der Universität Magdeburg. „Das kranke Gewebe wird direkt bestrahlt und gleichzeitig von seiner Nahrungsversorgung abgeschnitten. Beides lässt die behandelten Tumorherde in der Regel deutlich schrumpfen.“
Mit der in Australien entwickelten Selektiven Internen Radiotherapie wurden in Magdeburg bereits über 40 Patienten behandelt – weltweit sind es mehr als 7.000. Da sich die Mikrosphären direkt im Tumor anreichern, wird dieser sehr gezielt bestrahlt – gesundes Gewebe wird geschont und erholt sich in der Regel schnell von dem Eingriff.
Das Team der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin wendet die Selektive Interne Radiotherapie bereits seit über einem Jahr erfolgreich an. Besonderen Wert legt Prof. Ricke dabei auf eine enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachbereiche und eine internationale Ausrichtung der Forschung: „Die Vernetzung von interdisziplinärem und internationalem Fachwissen bietet ideale Voraussetzungen für eine bestmögliche Behandlung und Versorgung unserer Patienten.“ Der Magdeburger Ansatz ist schon jetzt überregional erfolgreich: Nicht nur aus Sachsen-Anhalt, sondern auch aus Niedersachsen, Sachsen und anderen Bundesländern kommen Betroffene, um sich mit der SIRT behandeln zu lassen. Die Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin nimmt dank des Teams von Prof. Ricke eine medizinische und wissenschaftliche Vorreiterrolle ein – nicht nur in Magdeburg und Umgebung, sondern für den gesamten mittel- und ostdeutschen Raum.

Über die Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin

Die Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist ein hochinnovatives medizinisches Zentrum, welches das gesamte Spektrum moderner radiologischer und nuklearmedizinischer Diagnostik und Therapie anbietet. Die angewendeten Verfahren reichen von der hochauflösenden Bildgebung über die molekulare Diagnostik bis zu mikrotherapeutischen Eingriffen. Der in Deutschland einzigartige Zusammenschluss von Radiologie und Nuklearmedizin unter dem Dach einer Klinik ermöglicht eine interdisziplinäre Herangehensweise an die unterschiedlichsten medizinischen Fragestellungen, klinischen Probleme und Forschungsinitiativen.
Ein bedeutender Schwerpunkt der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin ist die Mikrotherapie. Sie wird heute in erster Linie zur Behandlung onkologischer Erkrankungen, aber auch bei frauenheilkundlichen, schmerztherapeutischen und gefäßbedingten Problemen eingesetzt.

Quelle: med.uni-magdeburg.de  

Begünstigt ein hoher Blutzuckerspiegel Krebs?

Samstag, den 26. Mai 2007

Immer häufiger berichten Studien, dass ein hoher Blutzuckerspiegel das Risiko für die Entstehung von Krebserkrankungen bei Typ-2-Diabetikern und adipösen Menschen erhöht. In einer kürzlich erschienenen Untersuchung aus Schweden zeigte sich, dass dieser Zusammenhang zudem bei Gesunden mit einem normalen Körpergewicht auftreten kann.

Hyperglykämie zeichnet sich durch einen abnorm hohen Glucosespiegel im Blut aus. Bisher ließ sich nur für Diabetiker ein erhöhtes Krebsrisiko, bedingt durch den hohen Blutzuckerspiegel, beobachten (2,3). Den Aussagen des Wissenschaftlers Stattin des Universitätsklinikums Umea in Schweden zufolge besteht allerdings generell eine Verbindung zwischen hyperglykämischen Zuständen und einem möglichen Risiko für Krebserkrankungen. In der zwanzig Jahre andauernden schwedischen Studie, die 35.362 Frauen und 33.424 Männer umfasste, zeigte sich erstmalig, dass das Gesamtkrebsrisiko bei einem hohen Blutzuckerspiegel von Nichtdiabetikern oder normalgewichtigen Personen steigt. Dies scheint vor allem auf Frauen zuzutreffen. Zusätzlich wiesen Frauen mit hohen Blutzuckerspiegeln ein deutlich erhöhtes Risiko für Brustkrebs auf. Bei Männern dagegen ließ sich die Signifikanz in Bezug auf das Gesamtkrebsrisiko nicht feststellen. Lediglich bei bestimmten Krebsarten, wie Bauchspeicheldrüsen- oder Prostatatumoren, traf dies zu.

Die Resultate sind zudem unabhängig vom Body Mass Index, da die Anzahl der Personen mit hyperglykämischen Zuständen, nicht wie angenommen am größten bei Adipösen war, sondern bei denen, die lediglich leicht übergewichtig waren oder ein normales Körpergewicht hatten.

Aufgrund der großen Verzehrsmengen leicht verwertbarer Kohlenhydrate wie zum Beispiel in Süßigkeiten und Süßgetränken empfehlen die Wissenschaftler eine Ernährungsweise, welche die Glucosespiegel im Blut nach der Nahrungsaufnahme niedrig hält. Kohlenhydrate sind in Form von Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten sowie Obst zu verzehren. Solch eine Ernährung reduziert das Gesamtkrebsrisiko nicht nur bei Übergewichtigen oder Adipösen, sondern auch bei Personen mit normalem Körpergewicht.

Quelle: fet-ev.eu


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