Gute Nachricht für die gesetzliche Rente: Die gute Konjunktur schlägt sich erfolgreich auf die Rentenkasse nieder. Auch die heutigen Renterinnen und Rentner sowie hunderttausende Beitragszahlende trugen zu dieser positiven Entwicklung bei. Die Rücklagen der Deutschen Rentenversicherung erhöhen sich für 2007.
Dennoch muss der Beitragssatz zur Rentenversicherung erst einmal auf dem heutigen Stand bleiben.
Diese Entwicklungen gehen aus dem Rentenversicherungsbericht 2007 hervor, dessen Entwurf das Bundeskabinett heute verabschiedete. Der Bericht informiert über die Finanzlage der Deutschen Rentenversicherung in den künftigen 15 Kalenderjahren.
Wichtigste Ergebnisse des Rentenversicherungsberichts
Für das Jahresende 2007 rechnet die Deutsche Rentenversicherung mit einer Rücklage von 11,5 Milliarden Euro. Ende 2006 betrug sie noch 9,7 Milliarden Euro. Die 1,8 Milliarden Euro mehr in der Kasse bedeuten eine Rücklage von 0,72 Monatsausgaben. Das sind mehr als die erforderlichen 20 Prozent einer Monatsausgabe. In den vergangen Jahren war oft dieser Betrag nicht sichergestellt.
Der Zuwachs kommt nicht nur aus der anhaltend positven konjunkturellen Entwicklung. Auch die Anhebung des Beitragssatzes von 19,5 auf 19,9 Prozent zum 1. Januar 2007 trug dazu bei.
Der Beitragssatz bleibt dennoch bis zum Jahr 2010 bei 19,9 Prozent stabil. Im Jahr 2011 kann er nach den derzeitigen Berechnungen wieder sinken - auf 19,4 Prozent. Dann nämlich wird der obere Zielwert der Nachhaltigkeitsrücklage von 1,5 Monatsausgaben erreicht.
Der Beitragssatz darf bis zum Jahr 2020 einen Wert von 20 Prozent und bis zum Jahr 2030 einen Wert von 22 Prozent nicht übersteigen.
Das Rentenniveau - also das Verhältnis der Rente eines Durchschnittsverdieners zum durchschnittlichen Nettoverdienst aller Beschäftigten - liegt bis 2020 bei mindestens 46 Prozent und darf bis zum Jahr 2030 einen Wert von 43 Prozent nicht unterschreiten.
Mehr Rentenbezieher
Am 1. Juli 2006 zahlte die Deutschen Rentenversicherung fast 24,5 Millionen Renten an gut 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner. Im Jahr 2006 überstieg die Zahl derjenigen, die erstmals eine Rente bezogen, die Zahl derer, die keine Renten mehr bezogen. Eine große Herausforderung für die gesetzliche Rente.
Hinzu kamen die Besonderheiten in Ostdeutschland. Männer aus den neuen Bundesländern hatten 2006 durchschnittlich 45 Beitragsjahre zur Rentenversicherung. Das sind fünf Jahre mehr als die Beitragszeiten westdeutscher Männer. Die durchschnittlichen rentenrechtlichen Zeiten bei den Frauen lagen im Osten sogar um über elf Jahre höher als in den alten Ländern. Frauen im Westen kamen auf durchschnittlich 26,1 Jahre Beitragsjahre gegenüber 37,4 Jahren für Frauen aus dem Osten.
Von den 243,1 Milliarden Euro Gesamteinnahmen der Deutschen Rentenversicherung in 2006 kamen 74,3 Prozent aus Beitragsmitteln, 25,2 Prozent waren Bundeszuschüsse. Die 235,5 Milliarden Euro Gesamtausgaben wurden zu 90,2 Prozent für die Auszahlung von Renten aufgewendet.
Guter Lebensstandard auch im Alter
Die gesetzliche Rentenversicherung ist und bleibt die wichtigste Säule der Alterssicherung. Ziel der Bundesregierung ist, die gesetzliche Rentenversicherung nachhaltig auf eine solide Finanzgrundlage zu stellen und langfristig zu sichern. Dazu sind mit den Beschlüssen zur Rente mit 67 die notwenigen Grundlagen geschaffen worden.
Dennoch werden die betriebliche Altersversorgung und private Zusatzvorsorge immer wichtiger. Vor allem dann, wenn die Menschen ihren Lebenssstandard des Erwerbslebens halten wollen.
Die Bundesregierung fördert deshalb private Vorsorge mit Steuerbefreiungen und staatlichen Zulagen. So fallen auch zukünftig keine Steuern und Sozialversicherungsbeiträge auf Beiträge zur Betriebsrente an. Beschäftigte können daher weiterhin Teile ihres Einkommens für die betriebliche Altersvorsorge steuer- und sozialabgabenfrei ansparen. Bisher war die Sozialabgabenfreiheit bis Ende 2008 befristet.
Und die private Vorsorge über die Riester-Rente ist eine Erfolgsgeschichte. Im dritten Quartal dieses Jahres haben sich mehr als 635.000 Frauen und Männer zum Abschluss einer Riester-Rente entschlossen. Damit ist mit nunmehr 9,7 Millionen Verträgen bereits jetzt die 10-Millionen-Grenze in Reichweite.
Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung Â