Frauen schneiden bei Schlaganfall schlechter ab!
Mittwoch, den 26. September 2007Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe verweist auf geschlechtsspezifische Symptome
Die Zahlen sind schockierend: Nur jede zweite Frau, die nach einem akuten Schlaganfall aus dem Krankenhaus entlassen wird, kann nach einem Vierteljahr ihre AlltagsaktivitÀten vollstÀndig unabhÀngig wieder aufnehmen. Bei MÀnnern dagegen sind es fast siebzig Prozent. Das zeigt eine neue amerikanische Studie, auf die die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe aufmerksam macht.
Die GrĂŒnde fĂŒr das schlechtere Abschneiden der Frauen nach SchlaganfĂ€llen dĂŒrften sowohl in der Biologie als auch in der medizinischen Versorgung liegen: So sind Frauen im Mittel 75 Jahre alt, wenn sie einen Schlaganfall erleiden, MĂ€nner dagegen nur 68 Jahre. Aber ganz unabhĂ€ngig vom Alter verlaufen SchlaganfĂ€lle bei Frauen auch oft schwerer als bei MĂ€nnern. Denn bei Frauen liegt die Ursache eines Schlaganfalls oftmals in einer Herzrhythmusstörung, die sich am hĂ€ufigsten als Vorhofflimmern bemerkbar macht.
Auch bei der medizinischen Akutversorgung kann es bei Frauen zu Verzögerungen kommen. Zwar weisen Frauen in der Regel eines der klassischen Schlaganfallsymptome wie zum Beispiel plötzliche halbseitige LĂ€hmungen oder Sehstörungen auf. “Bei Frauen finden sich jedoch gehĂ€uft seltenere Symptome wie Bewusstseinsstörungen, Schmerzen, Missempfindungen oder Verwirrtheit. Das kann dann dazu fĂŒhren, dass nicht sofort an einen Schlaganfall gedacht wird. Möglicherweise liegt es daran, dass es bei Frauen lĂ€nger dauert bis sie ins Krankenhaus kommen”, betont Professor Rolf Schneider, Wissenschaftlicher Beirat der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Solche geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Akutversorgung sind bei Patienten mit Herzinfarkten schon lange bekannt. Bei Schlaganfallpatienten scheint es sie auch zu geben, wenn auch nicht ganz so ausgeprĂ€gt.
Der Analyse zu Grunde liegen Daten des Schlaganfallregisters des US-Bundesstaats Michigan. Insgesamt 373 Patientinnen und Patienten, die einen Schlaganfall ĂŒberlebten und das Krankenhaus verlassen konnten, wurden neunzig Tage lang nachbeobachtet. Die Untersuchung wurde von der Wissenschaftlerin Julia Warner Gargano von der Michigan State University gemacht. Sie berichtet darĂŒber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift “Stroke”.
Mit ihrer Kampagne “Jeder Schlaganfall ist ein Notfall” will die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe dazu beitragen, dass Schlaganfallpatienten in Deutschland besser versorgt werden - egal welchen Geschlechts. Noch immer dauert es in Deutschland viel zu lange, bis Patienten mit einem Schlaganfall einen Spezialisten zu Gesicht bekommen. Wenn bei einem selbst oder bei einem Angehörigen oder Bekannten plötzlich LĂ€hmungen, Sprachstörungen oder Sehstörungen auftreten, dann sollte niemand lange fackeln, sondern gleich zum Telefon greifen und die Notrufnummer 112 wĂ€hlen.
Quelle: schlaganfall-hilfe.de; presseportal.de Â

